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Keine müden Schüler mehr: Lüftung bringt den Sieg


Böhme-Zeitung vom 24.02.2017:

Alle vier Gruppen des Soltauer Gymnasiums werden beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ ausgezeichnet

Foto(wu): Zusammen mit ihrem Betreuer, dem Zwölftklässler Benjamin Weiß (Mitte), optimieren Bastian Matthies (links) und Tjado Brackmann ihr Modell zur Verbesserung des Lernklimas für „Jugend forscht“. Beim Regionalwettbewerb überzeugte ihre Idee die Jury.

VON ANDRES WULFES

Soltau. Daran sind schon ganze Lehrergenerationenverzweifelt: Wie kann man seinen Unter­richt bloß so gestalten, dass die Schüler aufmerksam sind? Die Soltauer Gymnasiasten Bastian Matthies und Tjado Brackmann haben einen neuen Vorschlag: Nach ihren Untersuchungen liegt die Schülermüdigkeit meist an zu hohem Kohlendi­oxidgehalt im Klassenraum, nötig wäre eine gute Lüftung, sagen die beiden 15-Jährigen.

Mit ihrem Projekt zur „Opti­mierung des Lernklimas" über­zeugten die Neuntklässler beim Regionalwettbewerb von „Ju­gend forscht" und holten einen ersten Preis. Sie fahren im März zum Landesentscheid nach Clausthal-Zellerfeld.

Vier Gruppen des Soltauer Gymnasiums waren bei dem Re­gionalwettbewerb am Start - und alle erfolgreich. Zwei erste Preise und damit die Zulassung zum Landeswettbewerb gab es, einenzweiten Preis und eine Sonder­auszeichnung. Dr. Petra Gron­wald ist begeistert. „Ein ganz toller Erfolg", freut sich die Che­mielehrerin. Unter ihrer Leitung haben sich die Jugendlichen von der 6. bis zur 9. Klasse über Wo­chen mit ihren Projekten be­schäftigt, bevor sie ihre Arbeiten in Celle vorstellten.

In der Juniorkategorie „Schü­ler experimentieren" waren Si­mon Hestermann und Johann Lütjen (Klasse 8) erfolgreich. Sie haben „leuchtende Kreide" ent­wickelt. Die Kreide, gemischt mit Zinksulfat oder mit Textmarker, wird von den UV-Strahlen der Sonne aufgeladen und leuchtet bei Dunkelheit lange hell nach.

Mit einem Alltagsproblem haben sich Julia Backhaus (Klas­se 7) und Jelte Brackmann (Klas­se 6) beschäftigt: mit dem glänzenden, kalkfreien Haushalt. Dazu haben sie untersucht, wel­che Hausmittel wie Zitronensaft und Essig und welche handels­üblichen Reiniger problemlos den Kalk lösen - mit dem ernüch­ternden Ergebnis, dass eigentlich kein Reiniger wirklich wirkt. Ei­nen zweiten Preis erhielten sie für die Untersuchung, einen ers­ten Preis hat die Jury in der Ka­tegorie nicht vergeben.

Sensor erkennt helle und dunkle Steine

Einen Sonderpreis gab es für den Achtklässler Alexander Feldhusen. Er hat einen Sortierroboter für Legosteine entwickelt. Sein Roboter kann Legosteine in zwei Größen und zwei Farben sortie­ren. Dazu nutzt er einen Spur-sensor, der genau genug ist, um erkennen zu können, ob ein Stein hell oder dunkel ist. Dar­aufhin wird eine bewegliche Platte mit den Auffangbehältern der Farbe gedreht, und der Stein fällt in den entsprechenden Be­hälter.

 


 

JUGEND FORSCHT

Vier Gruppen aus Soltau

94 Schüler waren beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht" unter dem Motto „Zukunft - ich gestalte sie" in Celle dabei. Die 48 Gruppen stammten von Schulen aus dem Gebiet von Cuxhaven bis Celle. Das Soltauer Gymnasium war als einzige Schule aus dem Heidekreis dabei. Die Projekte stammten aus den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaft, Mathematik/Informatik, Physik und Technik Eine 20-köpfige Jury bewertete die Arbeiten in den beiden Kategorien „Schüler experimentieren" für Jugendliche bis 14 Jahre und Jugend forscht" (ab 15 Jahren). Dabei betrachtete sie die Funktionsweise und Hintergründe der Projekte und ließ sich die Arbeiten von den Jugendlichen erläutern. Neun erste Preise wurden vergeben.

 


 

Foto(wu): Die Soltauer Gymnasiasten zusammen mit Lehrerin Dr. Petra Gronwald (2. von links) und Betreuer Benjamin Weiß (rechts) freuen sich über ihre Erfolge bei „Jugend forscht“.

Für die CO2-Ampel gibt es
schon Interessenten

Erfolgreiche Soltauer Gymnasiasten wollen
einen großen Prototyp für
ein Klassenzimmer entwickeln

Soltau. Damit hatten sie nicht gerechnet: Mit ihren Ideen, wie man aus müden wieder aufmerksame Schüler machen kann, überzeugten Bastian Matthies und Tjado Brackmann nicht nur die Juroren beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“. Die beiden Soltauer Gymnasiasten machten auch Lehrer anderer Schulen neugierig.

Die Ampel, die vor zu hohem Kohlendioxid als „Aufmerksamkeitskiller“ im Klassenraum warnt – diese Konstruktion der beiden Soltauer Gymnasiasten hätten auch andere Schulen gern. „Ein Lehrer hat schon gefragt, ob er die in Serie kaufen kann“, erzählt Bastian Matthies. Die beiden 15-Jährigen arbeiten nun daran, das Projekt für den Landeswettbewerb im März zu verbessern.

„Das war schon aufregend, bei uns war die Jury als letztes“, erinnert sich Bastian Matthies an den Wettbewerb. „Wir waren auf die Folter gespannt.“ Und am zweiten Tag kam die Jury sogar noch einmal und ließ sich alles ganz genau erklären.

„Optimierung des Lernklimas“ haben die beiden Gymnasiasten ihr Projekt genannt. Denn mangelnde Aufmerksamkeit liegt oft schlicht und einfach an einem zu hohen Kohlendioxidwert. So haben die Schüler zunächst im eigenen Klassenraum den Kohlendioxidgehalt gemessen – und festgestellt, dass er nahezu dauerhaft zu hoch ist. Ungenügende Lüftung eben – „doch im Winter sagen die Mädchen gleich ,Das ist viel zu kalt‘, wenn das Fenster auf ist“.

Danach haben sie sich überlegt, wie sich der Wert verbessern lässt und ein Programm entwickelt, das bei einem bestimmten Kohlendioxidwert automatisch lüftet. An einem Hausmodell zeigen sie das, eine Ampel warnt bei zu hohem Kohlendioxidwert.

„Schon überlegt, was verbessert werden kann“
Bastian Matthies, Gymnasiast

Doch an einen Sieg bei „Jugend forscht“ haben die beiden 15-Jährigen nicht geglaubt, auf einen zweiten oder dritten Platz gehofft. Umso größer die Freude über den Erfolg: „Das ist ein großer Ansporn“, sagt Bastian. „Schon auf der Rückfahrt haben wir überlegt, was alles verbessert werden kann.“

Denn auch Lärm und Licht beeinflussen schließlich das Lernklima. So entwickeln die 15-Jährigen derzeit eine „Schallampel“, die warnt, wenn es zu laut wird, und ein Messsystem, das anzeigt, ob genügend Tageslicht vorhanden ist.

Auch die CO2-Ampel wollen sie weiterentwickeln – und planen einen großen Prototyp fürs Klassenzimmer, eben ein Modell, wie es auch der Lehrer wünscht. Da wird auch Soltaus Gymnasiumsleiter Volker Wrigge hellhörig. Das Problem mit müden Schülern und schlechter Luft im Klassenraum, kennt der Pädagoge nur zu gut. „In manchen Räumen ist die Luft wirklich zum Schneiden.“

Selbst, wenn das gesamte Lüftungssystem wohl nur schwer zu verwirklichen ist – die Ampel als Serie angefertigt, die Warnsensoren in jedem Klassenzimmer, hält er durchaus für überlegenswert. wu




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