Stillstand auf dem Bau
Böhme-Zeitung vom 18.02.2010:
Seit Mittwoch wird im naturwissenschaftlichen Trakt des Soltauer Gymnasiums wieder gearbeitet.
Frost sorgt für Ruhe – Seit gestern dreht sich beim Gymnasium wieder der Betonmischer. Foto: vo
vo Soltau. Still und starr, wie in dem bekannten Weihnachtslied, ruht nicht nur der See. Auch auf den Baustellen in der Region geht seit Wochen nichts, abgesehen von Erdarbeiten, wie auf dem Gelände des geplanten Netto-Markts an der Harburger Straße in Soltau. Das bringt die Unternehmer und ihre Auftraggeber in Verzug. Auch der Landkreis muss seine Ablaufplanungen für Schulbauprojekte wohl korrigieren.
„Seit dem 19. Dezember herrscht allgemeiner Stillstand auf der Baustelle der Soltauer Gymnasiumsporthalle“, bestätigte Landkreissprecher Andreas Pütz gestern, was die Schüler aufmerksam und die Verantwortlichen der Schule mit wachsender Sorge beobachten. Ob der geplante Fertigstellungsstermin, August 2010, eingehalten werden kann, scheint eher fraglich.
Arbeiter wieder da
Etwas besser sieht es auf der anderen Seite des Gymnasiumsgebäudes aus, wo der Naturwissenschaftstrakt umfassend saniert und erweitert werden soll. Gestern luden Mitarbeiter des Wietzendorfer Bauunternehmens Heine dort nach langer Bauruhe Paletten mit Kalksandsteinen ab, im Gebäude drehte sich sogar wieder die Mischmaschine. Nachdem sich die Quecksilbersäule deutlich nach oben bewegt habe, „kann man wieder Beton anmischen“, erklärte ein Bauarbeiter.
Ob es aufgrund der Verzögerungen Probleme der Freigabe der Mittel aus dem Konjunkturprogramm geben könnte, weiß der Landkreissprecher nicht. Eigentlich müssen die Fördermittel, die die Realisierung der Projekte erst ermöglichen, bis Ende 2010 abgerechnet sein. Wenn der Termin für die Abrechnung aufgrund dieses nachvollziehbaren Problems nicht zu halten sei, müsse man eventuell eine Fristverlängerung beantragen. „Dann wären wir auf jeden Fall in guter Gesellschaft“, stünde Soltau-Fallingbostel laut Pütz nicht allein da.
„Im Augenblick tut sich im Hochbau nichts“, wartet auch der Obermeister der Bau-Innung Soltau-Fallingbostel, Herwig Glück, auf den Durchbruch des Frühlings. Seine 18 gewerblichen Mitarbeiter haben ihre angesammelten Überstunden sowie den alten Jahresurlaub aufgebraucht. Jetzt beziehen die meisten von der Arbeitsagentur Saisonkurzarbeitergeld.
„Das ist dieses Mal wirklich ein ungewöhnlich langer Winter“, findet Glück. Dennoch gewinnt er der Situation Positives ab: „Endlich war eine klare Ansage möglich, dass Winter ist.“ Das sei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwieriger und vor allem ärgerlich, „wenn meine Leute bis nach Hannover fahren und dann feststellen müssen, dass nichts geht.“
Was die Auftragslage betrifft, ist der Obermeister für sein Unternehmen, das überwiegend im Gewerbebau tätig ist, optimistisch für die kommenden Monate: „Ich kann nicht meckern.“ Da müsse noch einiges abgearbeitet werden. Nachfolgeaufträge hat Glück noch nicht im Überfluss unter Dach und Fach, „aber ich bin zuversichtlich, dass die laufenden Ausschreibungen welche bringen.“
Leider gilt das nicht für die gesamte Branche, bedauert der Obermeister: „Beim Wohnungsbau sieht es deutlich schlechter aus.“
Die Abmessungen der neuen Sporthalle am Gymnasium ragen aus dem Schnee heraus. Der Baukran steht allerdings seit Wochen still. Foto: vo
| Written by: BE 1 2010.02.18 | | Rating |
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